Operationen bei Rheuma

Rheumatoide Arthritis
Vaskulitis
Juvenile idiopathische Arthritis

Eine rheumatoide Arthritis ist zwar nicht heilbar, aber je früher sie erkannt und therapiert wird, desto besser lassen sich mögliche Folgeschäden an den Gelenken in den Griff bekommen. Eine medikamentöse Behandlung, Ergotherapie und Bewegung sowie eine gesunde Ernährung sind die grundlegenden Maßnahmen der Rheumatherapie. Erst wenn diese keinen Erfolg mehr bringen, kommen auch chirurgische Eingriffe in Betracht. Jedoch kommen Operationen bei Rheuma heute deutlich seltener vor als noch vor einigen Jahren.

Chirurgische Eingriffe vermeiden

Dank neuer Therapieverfahren und Medikamente werden Operationen bei Rheuma immer seltener notwendig. Ziel der Behandlung ist immer die Rückbildung der Beschwerden – und dies im besten Fall ohne chirurgische Eingriffe. Durch die passenden Medikamente können die schubweisen Verschlechterungen verhindert werden. Operationen kommen erst dann zum Einsatz, wenn keine andere Therapie mehr Linderung verschafft. Dies muss jedoch nicht bei jedem Rheumapatienten zwangsläufig so kommen.

Auch der Zeitpunkt kann je nach Verlauf der Erkrankung sehr unterschiedlich ausfallen. Bei manchen vergehen viele Jahre, bis eine Operation eines Gelenks in Betracht kommt; bei anderen ist ein solcher Eingriff bereits früh und bei wiederum anderen überhaupt nicht notwendig. Wann der richtige Zeitpunkt für eine Operation ist, lässt sich daher schwer sagen. Die Entzündungen in einem Gelenk und auch die Schmerzen können sich wieder beruhigen. Deshalb kann nur der Rheumatologe entscheiden, wann ein Eingriff sinnvoll ist und wann man ihn möglicherweise auch nicht mehr hinauszögern sollte, weil er medizinisch notwendig geworden ist.

Operationen bei Rheuma: Mögliche Eingriffe

Wenn Entzündungen oder auch Fehlstellungen sich so massiv auf die Bewegungsfreiheit und Aktivität im Alltag auswirken, dass Patienten stark eingeschränkt sind, kann eine Operation ein Ausweg sein. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Entzündung in einem Gelenk gar nicht mehr zum Stillstand kommt. Die häufigsten chirurgischen Eingriffe werden an den Händen oder Handgelenken vorgenommen. Denn sie sind zum einen oft von einer rheumatoiden Arthritis betroffen und zum anderen besonders wichtig für reibungslose Bewegungsabläufe im Alltag.

Bei einer Operation wird vor allem entzündetes Gewebe entfernt. Hierbei können Gewebe, die Gelenkinnenhaut oder kleinere Anteile der Gelenke herausoperiert werden. Die Entfernung der Gelenkinnenhaut heißt in der Fachsprache Synovektomie. Diese kann helfen, Schmerzen zu lindern. In anderen Fällen wird die Position von Sehnen und Bändern wieder richtiggestellt. Es können auch Teile einer Sehne aus einer anderen Körperstelle an eine beschädigte Sehne angefügt werden. Eine Gelenkversteifung kann die Stabilität des Gelenks wiederherstellen. Sie wird auch Arthrodese genannt. Eine Gelenkersatzoperation soll die gesamte Beweglichkeit und Funktion des Gelenks wiederherstellen. Dieser Fachbereich heißt Endoprothetik.

Ziel von Operationen bei Rheuma ist die Rückkehr zu schmerzfreien Bewegungsabläufen. Chirurgische Eingriffe müssen allerdings immer gut auf die medikamentöse Behandlung abgestimmt sein. Viele Rheumamedikamente beeinflussen die körpereigene Abwehr. Deshalb sind Rheumapatienten einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt. Ihr Rheumatologe wird Ihnen jedoch einen eventuellen operativen Eingriff sowie die Nutzen und Risiken im Vorfeld genau erläutern.

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