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Warum ich Psychotherapie mache

Ich habe viele Jahre eine Psychotherapie gemacht, die mir im Umgang mit der rheumatoiden Arthritis (RA) und insbesondere den Schmerzen sehr geholfen hat. Für mich ist diese Form der Therapie auch ein wichtiger Baustein in der Behandlung der RA. Sie gehört für mich genauso dazu, wie die Physiotherapie oder Ergotherapie, die ich regelmäßig mache. Ich brauche sie heute nicht mehr, aber würde sie in schweren Rheuma-Schubphasen durchaus wieder in Anspruch nehmen.

Wie kam ich auf die Psychotherapie?

Ich hatte immer wieder Phasen, in denen ich mich sehr schlecht gefühlt habe. Ich würde es nicht als Depression bezeichnen, aber es waren schon stark ausgeprägte depressive Phasen. Ich glaube, viele von uns mit RA kennen die Tage, wenn man die Krankheit verflucht und heulend im Bett liegt. Ich konnte mich manchmal kaum bewegen, hatte starke Schmerzen und habe mich einfach nur elend gefühlt. Es war schwer, sich da wieder raus zu kämpfen und zu sehen, was in meinem Leben – trotz RA – gut läuft. Ich wollte lernen, damit besser umzugehen. Ich habe mit meinem Rheumatologen gesprochen und ihn gefragt, ob er mir eine Überweisung zum Psychotherapeuten ausstellen würde. Hat er dann auch umgehend gemacht.

Wie fand ich einen guten Psychotherapeuten?

Es gibt im Internet verschiedene Suchmaschinen für die Psychotherapeuten-Suche mit vielen Informationen zum Thema. Auch die Krankenkasse kann hier manchmal behilflich sein und eine Namensliste zuschicken mit Psychotherapeuten, deren Leistungen auch von der Krankenkasse bezahlt werden.

Ich musste eine Reihe von Therapeuten abtelefonieren, bevor ich einen Termin erhielt. Denn viele Psychotherapeuten nahmen keine neuen Patienten an. Die ersten fünf Termine sind Probesitzungen, um sich kennenzulernen und zu sehen, ob es passt. Die erste Therapeutin, die ich hatte, fand ich irgendwie komisch. Ich habe mich unwohl gefühlt. Ich kann es gar nicht näher beschreiben, aber sie war nicht die richtige für mich. Ich habe dann wieder telefoniert und dann meine Therapeutin gefunden. Sie kümmerte sich dann auch um die Kostenübernahme durch die Krankenkassen. Dort war ich dann über mehrere Monate einmal in der Woche für eine Stunde. Ich habe heute immer noch Heul-Phasen, insbesondere wenn es mir schlecht geht. Aber die Phasen sind viel seltener, kürzer und nicht mehr so schwer. Dafür hat es sich für mich schon gelohnt.

Hast du auch schon Erfahrung mit Psychotherapie? Hat es dir im Umgang mit der RA geholfen? Würdest du eine Psychotherapie anderen RA-Patienten empfehlen?