Hilfsmittel bei Rheuma - Frau schneidet Gemüse - Rheumahelden

Hilfsmittel bei Rheuma: Was brauchen wir wirklich?

Mit Rheuma fallen manchmal Handgriffe schwer, die man immer für selbstverständlich hielt. Dabei gibt es mittlerweile unendlich viele kleine und große, günstige und teure Hilfsmittel, die den Alltag etwas erleichtern. Fragen Sie sich immer zuerst: Bei welcher Aktivität fühle ich mich eingeschränkt? Wo können mir Hilfsmittel im Alltag Erleichterung verschaffen? Bin ich eher der Bürotyp oder viel an der frischen Luft? Gibt es Dinge, die ich aufgrund des Rheumas nicht mehr mache, mir aber zurückwünsche? Was brauche ich eigentlich?

Kleine Helfer mit großer Wirkung

Manchmal sind es keine teuren Anschaffungen, die das Leben mit Rheuma erleichtern können. Wichtig ist es, die Gelenke zu entlasten und Schmerzen möglichst vorzubeugen. Das kann beim Renovieren, bei der Gartenarbeit oder auch bei der täglichen Routine im Büro sein. Erlaubt ist, was hilft. Alle Griffe, mit denen Arbeiten verrichtet werden, sollten mit Gummi oder Schaumstoff ergonomisch verstärkt werden. Eine Teleskopstange oder eine Greifzange helfen dabei, kleinere Distanzen zu überwinden. Der Wärmegurt entspannt den schmerzenden Rücken während der Hausarbeit und ein akkubetriebener Staubsauer im Einsatz erspart das lästige Hin- und Herschleppen des Geräts und außerdem ein Umstecken des Kabels. Schonen Sie sich – und Ihre Gelenke: Tragen Sie bei Arbeiten im Knien Knieschützer oder nutzen Sie Kniebänke. Wenn Sie einmal doch ein elektrisches Gerät benötigen, müssen Sie dies nicht gleich anschaffen. Je nach „Projekt“ verleiht der Fachhandel sie gegen kleines Geld.

Hilfsmittel am Arbeitsplatz

Viele Stunden in der Woche verbringen die meisten Menschen mit einer sitzenden Tätigkeit am Schreibtisch. Wäre es da nicht schön, diese Zeit möglichst entspannt zu erleben? Auch fürs Arbeiten mit Rheuma gibt es einige Hilfsmittel, die einen näheren Blick wert sind. Stiftverdickungen etwa gibt es in unterschiedlichen Formen, Größen und Farben. Sie können auf den üblichen Stiften angebracht werden. Alternativ sind auch ergonomisch beschaffene Stifte gute kleine Helfer (wenn auch meist etwas teurer). Ein Stift der etwas anderen Art ist ein sogenannter „RingPen“. Der Zeigefinger wird durch eine fingerdicke Öffnung im Stift geschoben und hält ihn so von allein. Ob dies ein angenehmes Schreibgerät ist, muss jeder für sich ausprobieren.

Auch das PC-Zubehör gibt es heute längst in der ergonomisch geformten Variante. Das Bedienen der Tastatur oder einer Maus ist so auch mit versteiften Fingern deutlich einfacher. Ein bequemer Schreibtischstuhl und ein höhenverstellbarer Tisch zum zwischenzeitlichen Aufstehen sind eine gute Investition für mehr Selbstbestimmtheit im Büro. Fragen Sie Ihren Arbeitgeber, welche Anschaffungen möglich wären, damit Sie angenehmer und letztlich ausdauernder und besser arbeiten können.

Rheuma und Spaß beim Kochen? So geht’s

Essen mit den Liebsten – die schnelle Pasta, der selbstgebackene Kuchen oder das Vier-Gänge-Menü: Manchmal wollen wir den Menschen um uns herum eine Freude machen und sind schnell frustriert, wenn die Handgriffe sich als Mühsal entpuppen. Gerade hier helfen Hilfsmittel mit Strom: Die elektrische Pfeffermühle erspart das händische Mahlen, der Standmixer das Halten des Mixers und ein Zerkleinerer das mühevolle Kräuterhacken. Vermeiden Sie lieber schweres Gerät wie Schneidebretter aus dickem Holz, gusseiserne  Töpfe  oder wuchtige Schüsseln. Manchmal machen es uns leichte Dinge auch wörtlich „leichter“.

Der Nussknacker ist als Hilfsmittel mit Rheuma ein wahrer Alleskönner – mit ihm lässt sich jede Milchtüte oder Flasche mit Drehverschluss viel einfacher öffnen. Bringen Sie nach Möglichkeit die Einbaugeräte wie Ofen oder Kühlschrank so an, dass Sie auf Brusthöhe arbeiten und sich unnötiges Bücken ersparen können. Auch die Höhe der Arbeitsplatte sollte so gewählt sein, dass Sie einfach gerne und entspannt an ihr stehen und Ihr Menü kreieren können. Und noch ein Tipp: Lassen Sie sich bei der „mise en place“ von jemandem zur Hand gehen. Die besten Helfer sind immer noch die, mit denen wir beim Kochen auch gemeinsam erzählen, lachen und probieren können.